Praktisches

Seminarfach Medien

Mein Seminarfach „Medien“ habe ich im letzten Jahr neu organisiert. Der Ansatz ist stark medienpraktisch-reflexiv ausgerichtet:

Phase 1: Einstieg und thematische Exploration

In der ersten Stunde wollte ich den Kurs digital interagieren lassen, daher habe ich einen großen Teil der Stunde auf ein Flinga verwendet, in dem die Schüler:innen ihr Vorwissen aktivieren und damit eine MindMap gestalten sollten. Herausgekommen ist eine Übersicht, die zeigte, dass viele Schüler:innen mit Sorgen vor den negativen Seiten in diesen Kurs gestartet sind. Zugleich waren viele klassische Medien nicht mehr im Blick. Der Einsteig war aktivierend und funktional, kann aber auch zu Schwierigkeiten führen, die ich hier reflektiert habe.

Seit Jahren schicke ich meine Seminarfach-Schüler:innen mit einer ersten Hausaufgabe los, um das Thema inhaltlich zu weiten und einen Überblick über die Fähigkeiten im Umgang mit Textverarbeitung zu bekommen. Zudem möchte ich frühzeitig den Blick auf nachhaltige Forschungsfragen zu richten, die systematisch Einschätzungen erfordern (für mich der sinnvollste Weg, damit Schüler:innen eine Leitfrage formulieren, die sie auch in eine vertiefende Reflexion führen):

Einzelne Schüler:innen haben in der nächsten Stunde ihre Texte vorgelesen, woran wir die Entwicklung möglicher Leitfragen exemplarisch besprochen haben. Die Übrigen haben danach ihre Leitfragen vorgestellt, sodass der Überblick über das Themengebiet erweitert wurde.

Phase 2: Medienpraktische Projekte

Den Rest des Halbjahres habe ich mit drei medienpraktischen Projekten gestaltet: Erstellung eines kollaborativem Wiki, Produktion von Erklärvideos und Durchführung und Reflexion eines selbstgewählten Praxisprojektes.

Das Wiki wollte ich als Projekt-Wiki über die ZUM umsetzen. Die Schüler:innen haben die Flinga-MindMap um die Themen ihrer Hausaufgabe erweitert und daraus kollaborativ abgeleitet, wer welche Einträge für das Wiki erstellt und wie sie verlinkt werden sollen. Leider hat das aus technischen, aber auch organisatorischen Gründen nicht sauber funktioniert, daher habe ich letztlich nur die Artikel selbst bewerten können, der reflexive Aspekt ist dabei zu kurz gekommen.

Die Erklärvideos haben die Schüler:innen in themengebundenen Gruppen erstellt. Ich habe vorab Common-Craft und Screencast als basale technische Umsetzungsformen vorgestellt. Letztlich haben viele Gruppen daraus eher eigene Stile entwickelt, bisweilen wurde aber auf mysimpleshow zurückgegriffen. Durch die Erstellung sollten die Schüler:innen tiefer in thematische Aspekte einsteigen, durch die Videos der anderen Gruppen auch mehr Überblick bekommen. Zusätzlich wird medienpraktische Erfahrung im Umgang mit Videos gesammelt und über die Visualisierung und Vermittlung von Informationen diskutiert – wichtig im Hinblick auf die Präsentationen der Facharbeiten.

Die selbstgewählten Praxisprojekte waren bewusst offen gehalten und anders als die Erklärvideos auch hinsichtlich der Formate offen. Von PodCasts über Printprodukte, Kurzfilme, aber auch Insta-Kanäle haben die Teams viel ausprobiert. Auch inhaltlich waren viele Projekte experimentell, wie beispielsweise die Idee der Einführung eines Fake-Produktes, was uns direkt in die Medien-Ethik geführt hat. Leider ist auch hier die Reflexion aus Stundenplan-technischen Gründen zu kurz gekommen. Das muss ich im nächsten Jahr besser strukturieren.

Phase 3: Facharbeit schreiben und präsentieren (Halbjahr 2)

Die Facharbeiten habe ich ausführlich in einem anderen Blogbeitrag beschrieben, in dem ich auch begründe, warum ich die Schüler:innen mittels eines Taskcard begleite und somit nicht vorher ausführlichst instruiere (Spoiler: Weil sie das meiste während der Arbeit an der Facharbeit wissen müssen und bereits wieder vergessen hätten).

Danach stehen dann die Präsentationen der Facharbeiten an. Die Visualisierungen, die ich ebenfalls mit einem Taskcard angeleitet habe, waren sehr beeindruckend:

Phase 4: Freie Praxisprojekte (Halbjahr 3)

Das dritte Kurshalbjahr nutze ich für umfangreichere medienpraktische Projekte. Im ersten Halbjahr ist die Zeit dafür sehr knapp, zudem können Themen aus den Facharbeiten vertieft werden. Die Erfahrung zeigt, dass Schüler:innen hier sehr kreativ die Freiräume nutzen und beeindruckende Projekte realisieren:

Projekte aus dem Schuljahr 21/22
Projekt-Ideen für das Schuljahr 22/23

Der letzte Kurs hat mich zudem darin bestärkt, inhaltlich die Schüler:innen in das Projektmanagement einzuführen. Dieses Jahr teste ich dafür ein schlichtes Kanban-Taskcard.

cc by Niels Winkelmann

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