Zeitgemäße Bildung

Kollaboration als gelebte Transformation

Die Bildungspunks rufen zur Beitragsparade: Wie bilden sich Lehrkräfte (fort)? Wie wirkt die Transformation auf den (Fort)Bildungs-Bereich für Lehrkräfte?

Für mich liegt der Schlüssel in Kollaboration, diese ist gelebte Transformation. Vor allem gewinnt sie erst mit Digitalität an Bedeutung und durchdringt transformativ Schule – und Gesellschaft. Dann zeigt sich ein neues Verständnis von Leistung und Prüfung, auch weil neue Fähigkeiten in der transformierten Welt gefragt sind, und Werte wie Partizipation. Zudem verändert sich auch Arbeit – und auch die Zusammen-Arbeit an Unterrichts- und Schulentwicklung.

Vorab: Wohin verändert die Transformation die Bildung?

Ausgangpunkt meiner Überlegung ist zur Transformation ist Digitalität. Digitalität verändert, transformiert unsere Gesellschaft, unsere Schule, unsere Vorstellung vom Lernen. Wohin diese Transformation uns führen kann oder soll, bleibt meistens unklar.

Dass Schule (und vor allem Lernen) sich ändern muss, scheint unstrittig: „Im Frühjahr erschien eine Studie mit einigen Aussagen von Schulleitungen zu deren Einschätzung zum deutschen Schulsystem: Die große Mehrheit der Schulleiterinnen und Schulleiter ist sich darin einig, dass die Bundesrepublik eine »neue Kultur des Lernens« braucht.“ Doch die konkreten Änderungsvorschläge dazu waren erwartbar vielstimmig. Angesichts der gegensätzlichen Vorstellungen fragte Jöran Muuß-Merholz sogar in einem leseswerten Essay: „Spaltet die Digitalisierung die Bildungswelt?“

Daher: Wer Transformation weiter denkt, muss transparent deren angenommenes Ziel benennen. Nur bei ähnlichen Zielen der Transformation ist eine sinnvolle Verständigung über den Weg dorthin möglich.

Mein Ziel: Schüler:innen lernen eigenständig (miteinander)!

Lernen ist einerseits ein zutiefst individueller Prozess:

„Lernen ist das Persönlichste auf der Welt – es ist so eigen wie ein Gesicht oder wie ein Fingerabdruck.“

Heinz von Foerster

Zugleich ist Lernen aber auch ein sozialer Vorgang, Menschen lernen voneinander und vor allem auch miteinander, was beispielsweise ko-konstruktive Prozesse, aber auch Generationen von Lerngruppen in unterschiedlichsten Studiengängen gut zeigen. Letztlich muss vor allem jede:r lernen, wann ein individuelles und/ oder soziales Lernsetting zielführend ist (was ironischerweise ein individueller Lernprozess ist).

Der Schlüssel zu dieser Transformation des Lernens, zum Ermöglichen von eigenständigem, individuellem und immer wieder ko-kreativem Neuen Lernen liegt meines Erachtens in gelebter Kollaboration.

1. Kollaboration ist nicht neu

Die eleganteste Unterscheidung zwischen Kooperation und Kollaboration bringt Jöran Muuß-Merholz in die Debatte ein: Kooperation erklärt er anhand der Erstellung eines Buffets, bei dem alle einen Beitrag eigenständig zubereiten und man daher am Ende sowohl den Nudelsalat als auch das Brot als Beitrag wertschätzen (oder geringschätzen) kann. Kollaboration hingegen vergleicht er mit der gemeinsamen Zubereitung eines Kuchens, an dem mehrere beteiligt sind. Dadurch verschwimmen die Beiträge der Einzelnen bis ins Ununterscheidbare, da nichts mehr Einzelnen zuzuordnen ist. Passend dazu nennt Wikipedia als zentralen Unterschied, „dass die Partner bei einer Kollaboration am Endergebnis der Zusammenarbeit schöpferisch beteiligt und keine bloßen Zuarbeiter oder Inhaltslieferanten sind.“

Diese Form der Zusammenarbeit ist nicht neu, wie ein Blick in die Musik zeigt. Das offene und kreative Zusammenspiel von Musikern, die Jamsession, hat eine lange Tradition. Die Offenheit zeigt eine Anekdote aus der Entstehung des Bebop: „Die Stücke hatten selten einen Text und entstanden oft spontan; die Musiker sangen die Tonfolgen einander einfach vor.“ Hierin spiegelt sich eine flache Hierarchie, die kollaborative Arbeitsformen benötigen. Denn Arbeitsformen, an denen alle schöpferisch beteiligt sind, benötigen Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Dementsprechend wird bei der Entstehung des Bebop eine Vielzahl von Musikern genannt. Zugleich haben einzelne Führungsrollen übernommen – wie Dizzy Gillespie, der neue Mitglieder intensiv im Hinterzimmer vorspielen ließ. Denn: „Kooperation und Kollaboration kommen in realen Projekten nur selten in Reinform vor, da sie beliebig miteinander vermischt werden können und dies in der Praxis schnell und daher oft geschieht.“ Gillespie übernimmt diese Aufgabe weitgehend exklusiv und bereitet damit das Fundament für den ko-kreativen Prozess, in dem der Bebop als völlig neue Form kreiert wurde. Das hätte kein Musiker alleine geschafft.

2. Kollaboration wird aus historischen Gründen missverstanden

Ein kurzer Blick in die (deutschsprachige) Wikipedia zeigt die Problematik des Begriffs im deutschsprachigen Raum:

„Kollaboration […] ist die ideelle Zusammenarbeit zwischen Personen oder Gruppen von Personen. Insbesondere ist damit die Zusammenarbeit mit dem Feind zu Zeiten eines Krieges oder der Besatzung gemeint; eine in diesem Sinne mit dem Gegner kollaborierende Person wird als Kollaborateur bezeichnet. Besonders häufig wird der Begriff auf die Kollaboration mit den Deutschen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in den vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Ländern Europas und an weiteren Kriegsschauplätzen zwischen 1939 und 1945 bezogen (NS-Kollaboration).“

Der parallele Artikel heißt im Englischen „Wartime Collaboration“, bezieht sich nur auf Kollaboration im Krieg. Der Artikel „Collaboration“ ist ganz anders ausgerichtet:

„Collaboration […] is the process of two or more people, entities or organizations working together to complete a task or achieve a goal.“

Da wir im deutschsprachigen Raum den Begriff (historisch) verengt haben, ging seine Idee verloren, auf Basis einer ideellen Zusammenarbeit eine Aufgabe zu vollenden oder ein Ziel zu erreichen.

3. Kollaboration muss erlebt und gelebt werden

Die Erfahrung, echte Kollaboration zu erleben, in der alle auf Augenhöhe an schöpferischen Prozessen beteiligt sind, durch die auf der Basis einer ideellen Zusammenarbeit eine Aufgabe vollendet oder ein Ziel erreicht wird, war bisher im bestehenden System von Schule und Arbeit selten möglich: „Wir sind aufgewachsen in einer Welt, die uns Struktur und Orientierung bot. In Schule, Universität und Arbeit haben wir gelernt, dass Fleiß und konformistisches Verhalten zum Ziel führt.“ Innerhalb der Struktur bekommt jede:r einen Platz (in der Hierarchie) zugewiesen und übernimmt aufgrund des erlernten Konformismus‘ eine persönliche Aufgabe. Diese Hierarchie lehrt zu ihrem Selbsterhalt, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten, höchstens in einer Gruppe von Gleichgestellten (auf Augenhöhe) zu kooperieren. Doch auch dort gilt die Leistungsmaxime, bei der Einzelnen der (Miss)Erfolg zugeordnet wird.

Daher sind positive Erfahrungen im Team meist nur in informellen Zusammenhängen möglich, wenn sich alle auf Augenhöhe für den Erfolg stark machen, vor allem wenn das Ziel nur gemeinsam erreicht werden kann. Derartige Erlebnisse sorgen aus meiner Sicht dafür, dass viele Menschen jenseits der Arbeit in Vereinen, Kirchen und anderen Institutionen aufblühen – da sie dort ideelle Zusammenarbeit (er)leben können: „Wichtig für Kollaboration sind Transparenz, Offenheit, Zutrauen, Selbstorganisation und Eigenverantwortung. Auf persönlicher Ebene braucht es für Kollaboration andere Kompetenzen als für Kooperation. So ist der Umgang mit Mehrperspektiven elementar wie auch eine hohe Konfliktfähigkeit.“ Diese Werte als gelebte Praxis zu erleben, ermöglicht Mitgliedern dieser Gemeinschaften beeindruckend positive Erfahrungen, von der sie noch Jahre später berichten. In diesen partizipativen, kollaborativen und kreativen Erfahrungsräumen wird Selbstwirksamkeit individuell und kollektiv erfahrbar.

Allerdings bedürfen viele Werte der Vorraussetzungen

Vor allem die gemeinschaftlichen Werte wie Transparenz, Offenheit und Zutrauen (für mich auch Vertrauen) müssen aufgebaut werden und sich positiv verstärken. Wer umgekehrt erlebt, dass Vertrauen und Offenheit ausgenutzt werden, damit Andere glänzen können, kann sich schlecht auf eine echte Kollaboration einlassen. Deshalb ist der Wechsel aus den konkurrenzorientierten Settings in der Schule schwierig. Solange Lehrende in der Logik von Noten eine Konkurrenz angesichts einer künstlichen Verknappung erzeugen, indem sie (gute) Noten aufgrund einer idealisierten Normalverteilung nur eingeschränkt vergeben, wird diese Konkurrenz Kollaboration verhindern. (Grundsätzlich kann ein kompetitiver Ansatz zu Bestleistungen anspornen (mehr dazu hier), aber in Verbindung mit Notenknappheit wirkt das schnell kontraproduktiv.)

Eine wichtige Rolle beim Vertrauen spielt bisweilen Materalität. Wenn ich mit einer Gruppe eine (immaterielle) Melodie teile, ist sie anschließend grundsätzlich noch da. Die kollaborative Arbeit an einem Kunstwerk kann Materialität aber auch unwiederbringlich transformieren: Wenn ich ein Kunstwerk übermale, ist das nur partiell reversibel, bei der Bildhauerei ist ein neues Werkstück erforderlich. Wie ich mit der Vorarbeit anderer umgehe – und wie sie mit meiner umgehen sollen, wird dann schnell zur hochsensiblen (Vertrauens)Frage.

Neben den gemeinschaftlichen Werten folgen auch scheinbar individuelle Fähigkeiten wie Selbstorganisation und Eigenverantwortung im Kollektiv einer anderen Logik: Während beide in kooperativen Settings bereits anspruchsvoll sind, bedürfen sie in Kollaboration zusätzlicher Erfahrung und Übung. Gemeinsame Verantwortung benötigt beispielsweise ebenso das Vertrauen in die gemeinsame Verantwortungsübernahme wie eine Balance aus Zurücknahme und Aktivität. Gemeinsame Selbstorganisation erfordert neben individueller Selbstorganisation auch starke kommunikative Fähigkeiten und muss erlernt werden. Zudem muss die Selbstorganisation einer Gruppe schrittweise entwickelt werden. Hier können agile Projektformen wie Scrum ein Ansatz sein (hier beschreibe ich meine Variante).

Wenn sich zudem langfristig kooperative und kollaborative Formen der Zusammenarbeit abwechseln sollen (was unvermeidbar ist, da viele Aufgaben kooperativ einfacher zu bearbeiten sind), muss die Kultur der Zusammenarbeit grundsätzlich den Bedingungen von Kollaboration genügen. Wenn nur auf Transparenz und Offenheit vertraut werden kann, falls vorher Kollaboration als Setting vereinbart wurde, kann Vertrauen nicht wachsen. Wenn Kollaboration in allen Facetten gelebt wird, ist ein ständiger Wechsel möglich.

4. Kollaboration ist nicht nur Skill, sondern Haltung

Kollaboration zählt nach den Charles Fadel, Maya Bialik und Bernie Trilling zu den sogenannten 4K-Skills (Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation, Kollaboration) und ist damit eine der vier Dimensionen von Bildung – neben Wissen, Charaktereigenschaften und Meta-Lernen.

Mich irritiert dabei die Einordnung als Skill. In der Literatur wird meist zwischen Hard Skills und Soft Skills unterschieden. Zu den Hard Skills zählen meist fach- oder berufsbezogene Fähigkeiten und Kenntnisse wie die Bedienung von Software oder das Beherrschen einer Fremdsprache. Zu den Soft Skills zählen beispielsweise personale oder soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit oder Teamfähigkeit.

Hier zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zur Idee der Kollaboration. Ob ich fähig bin, in einem Team mitzuarbeiten, oder als Person kontinuierlich kollaborative Grundwerte wie Offenheit und Transparenz lebe, ist ein fundamentaler Unterschied. Daher würde ich Teamfähigkeit als Skill einordnen, als mögliche Fähigkeit, aber Kollaboration als gelebte Haltung.

5. Kollaboration gewinnt erst mit Digitalität an Bedeutung

Auch wenn Kollaboration historisch betrachtet lange existiert, gewinnt Kollaboration im Rahmen von Digitalität massiv an Bedeutung in der Schule; genauer gesagt durch die Beschaffenheit von Digitalität. Jörg Noller spricht (in seinem Aufsatz „Philosophie der Digitalität“ in: „Was ist Digitalität?“) der Digitalität unter anderem eine „Enträumlichung“, „Entzeitlichung“ sowie „Struktur der Teilung“ zu. Im Unterricht können insofern an einem Material oder einem Produkt nicht mehr nur einzelne Lernende (gleichzeitig) arbeiten. Das Teilen von Material, Arbeitsfläche oder Produkt ist technisch (durch die Struktur der Teilung) ständig möglich, weil geteilte Dokumente ortsunabhängig (also enträumlicht) synchron und asynchron (also entzeitlicht) bearbeitet werden können. Ohne Materialität wie in der Bildhauerei kann also alles wie eine Melodie geteilt werden – was nach Noller die„hypertextuelle Struktur der Digitalität als Trägersubstanz“ ermöglicht.

Beispielsweise kann man mit Etherpads nicht nur gleichzeitig oder zeitversetzt an gemeinsamen Texten arbeiten, sondern durch die Historie auch sämtliche Bearbeitungszeitpunkte betrachten und damit eine umfassende Entzeitlichung der gemeinsamen Textproduktion vornehmen. Somit sind vorgenommene Änderungen reversibel – auch wenn das nicht in jeder geteilten Dokumentenart möglich ist. Dadurch wiederum haben unterschiedliche Formate unterschiedliche Kollaborationsmodi – wer alles jederzeit wiederherstellen kann, kann anders agieren als jemand, der das gemeinsame Produkt unwiederbringlich verändert.

All das braucht Erfahrung und Reflexion. Ich muss technisch ausprobieren, was möglich ist. Dabei muss ich auch Grenzen überschreiten. Ich muss in unterschiedlichen Settings und innerhalb derer unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten in unterschiedlichen Gruppen zu unterschiedlichen Aufgaben gearbeitet haben – um abschätzen zu können, wann ich wie am besten arbeiten und lernen kann.

Exkurs: Warum durch Digitalität, nicht durch Digitalisierung?

Letztlich kommt Kollaboration erst durch Digitalität in die Schule, wird dann nicht nur in singulären Konstellationen, sondern täglich vielfach möglich. Genauer gesagt wird das erst in einer „Kultur der Digitalität“ (Felix Stalder) möglich, wenn wir gemäß derer drei Säulen (1) referentiell arbeiten, also beispielsweise Informationen durch Links vernetzen, (2) in Gemeinschaftlichkeit agieren und zudem (3) Algorithmizität nutzen, also beispielsweise durch Algorithmen sortieren lassen. Das wird erst möglich, wenn wir nicht nur digitale Endgeräte in der Schule haben, sondern auch deren Vernetzung durch das W-LAN sowie Algorithmen (des Internets) im Klassenraum zulassen. Dann wird in der Kultur der Digitalität durch „gemeinschaftliche Formationen“, wie sie Felix Stalder nennt, Kollaboration erfahrbar; durch „Zusammenschlüsse von grundsätzlich gleichberechtigten Personen, die gemeinsame Ziele verfolgen wollen“. Hier zeigt sich in gemeinsamer Zielsetzung und Hierarchie eine überdeutliche Parallele zu kollaborativen Strukturen. Das ist für mich auch der Grund, weshalb Schule (und Lernen) in diese Richtung transformiert wird! (Mehr dazu hier)

Wenn wir aber nur digitale Endgeräte wie Tablets oder Laptops im Klassenraum haben und keine Verbindung über das W-LAN und ins Internet zulassen, haben wir (oft) nur eine Digitalisierung: Der traditionelle (analoge) Lernprozess wird mit digitalen Hilfsmitteln abgebildet, aber eine Kultur der Digitalität ebensowenig erfahrbar wie eine gemeinschaftliche Formation – und nur in singulären, eher analogen Konstellationen Kollaboration. Dann haben wir digital gestützten Unterricht. Schüler:innen füllen ein Arbeitsblatt in einem digitalen Arbeitsheft aus, vielleicht gibt es sogar eine interaktive Übung darin, die dann die Möglichkeiten von Referenzialität und Algorithmizität andeutet – aber es bleibt unvollendetes Stückwerk ohne Gemeinschaftlichkeit als zentrale Säule. So wird eine nachhaltige transformative Entwicklung nicht möglich.

Das DSGVO-konforme Tool: Der heilige Gral

Die Schwierigkeit, dass Digitalisierung ohne Digitalität immer unvollendet bleibt, erklärt auch die Suche nach den immer neuen Tools, die Josua Falck in seinem lesenwerten Beitrag zur Diskussion beschreibt: „Immer noch mehr neue Tools erfordern immer wieder neue Anwendungskompetenzen, die beigebracht und/oder erlernt werden müssen. Dazu kommen neue Versprechungen, didaktische Ideen noch besser, anschaulicher und effizienter umsetzen zu können.“

Das Problem, was Falck beschreibt, hat für mich zwei Ebenen: Auf der ersten Ebene ist Lernen nicht transformiert – bleibt lehrerzentriert ausgerichtet und nicht lernerzentriert, wenn Lehrer:innen didaktische Ideen besser, anschaulicher und effizienter umsetzen.

Quelle: shiftingschool.wordpress.com/2017/11/28/lernen-im-digitalen-zeitalter

Auf der anderen Ebene beobachte ich (auch bei mir selbst), dass viele Lehrer:innen privat durchaus gute Erfahrungen mit Produkten von Apple oder Google gemacht haben, diese in der Schule aber aus Datenschutz-Gründen nicht nutzen dürfen. Dennoch möchten wir unseren Schüler:innen diese Kollaborationserfahrung ermöglichen. Ein wesentlicher Teil meiner Suche nach Tools fokussiert sich jedenfalls auf die Frage nach DSGVO-konformer Kollaborationsmöglichkeit.

6. Kollaboration kann transformativ Schule durchdringen – und Gesellschaft

Die transformative Kraft von Kollaboration lässt sich am Leistungs- und Prüfungsverständnis, am Weltverständnis, dem Bild von Partizipation und Arbeit zeigen, aber auch an den Implikationen für Unterrichts- und Schulentwicklung:

a) Kollaboration erfordert einen neuen Leistungbegriff – jenseits von Prüfungsformaten

Den heutigen Leistungsbegriff führt Nina Verheyen (in „Die Erfindung der Leistung“) unter anderem auf die Vorstellungen von Maschinen zurück, die Stückzahlen produzieren und eine messbare (Leistungs)Kraft liefern können. „Sie begreift ihren Grundbegriff als ‚Schablone, durch die die Welt betrachtet wird, um Menschen zu hierarchisieren und zu domestizieren‘ (16). Mit ihr verbundene Praktiken und Techniken dienten dazu, diese ‚immer wieder Einzelpersonen glaubhaft zuzuordnen‘ (16).“

Dieser Leistungsbegriff wurde bis heute fortgeschrieben. Er ist im Hinblick auf kollaborative Prozesse aber nicht haltbar, wie die Entstehung des Bebop exemplarisch zeigt: Komplexe Entwicklungen erfordern nicht die Leistung Einzelner, sondern die Multiperspektivität kollaborativer Teams. Daher muss der Leistungsbegriff deutlich umfassender gedacht werden. Leistungen, die wir isoliert und aus uns selbst heraus erbringen, sind heutzutage selten.

Möglicherweise muss ich ganz auf mich allein gestellt lebensrettende Maßnahmen ergreifen. Durch Technik sind wir im Hinblick auf Informationen, aber auch im Hinblick auf Gemeinschaftlichkeit stark vernetzt und bekommen in 99% dieser Fälle telefonisch sowohl Informationen als auch Hilfestellung. Allerdings wird sowohl in der Schule als auch in vielen bürokratischen Zusammenhängen Leistung immer noch Einzelnen zugeordnet, besonders Prüfungssituationen beinhalten selten sinnvolle Hilfmittel wie mindestens eine Volltextsuche.

Da wir vermehrt in komplexen Situationen agieren, müssen diese kollaborativ gelöst werden, auch als Prüfungsleistung. Damit könnte sich zugleich der Blick der Prüfenden verschieben, weg von Fehlern und Defiziten, hin zu Stärken und Erreichtem. Wir könnten Schüler:innen mehr stärken, mehr wertschätzen, mehr entwickeln.

Auch „Prüfen“ und „Bewerten“ selbst können dadurch transformiert werden: Lehrende müssen nicht alleine dafür verantwortlich sein, dass Lernen, vor allem Neues Lernen sichtbar wird. Sie können in Kollaboration mit anderen Lehrenden, aber vor allem auch mit den Lernenden ermöglichen, dass diese ihre Kompetenzen zeigen können. Dadurch wird mit dem Leistungsverständnis auch das Prüfungsverständnis transformiert. Dabei entstehen im Dialog von Lehrenden und Lernenden andere Prüfungsformate, die eher Lerndemonstrationsformate sind. Wir brauchen weniger kaiserstaatliche Überwachung, mehr eigenständiges Wachsen und Entwickeln.

b) Kollaboration fordert und fördert neue Fähigkeiten – wie unsere transformierte Welt

Wenn wir uns die Welt ansehen, auf die wir unsere Schüler:innen vorbereiten wollen, ist diese vielfach transformiert. Seit den 80ern wird sie als VUCA beschrieben: „Das Akronym steht dabei für volatile (unbeständig), uncertain (unsicher), complex (komplex) und ambiguous (mehrdeutig).“ Dieses Modell wurde kürzlich ersetzt durch BANI (mehr dazu):

  • Brittle – brüchig, porös
  • Anxious – ängstlich, besorgt
  • Non-linear – nicht-linear
  • Incomprehensible – unverständlich, unbegreiflich

Um in dieser Welt gut zurechtzukommen, braucht es nach Sebastian Mauritz „Resilienz, Achtsamkeit, Adaptation und Transparenz“. Viele dieser Fähigkeiten werden in Kollaboration gefordert und gefördert. Neben den bereits entfalteten Aspekten Transparenz, Offenheit, Zutrauen, Selbstorganisation und Eigenverantwortung ist dort „der Umgang mit Mehrperspektiven elementar wie auch eine hohe Konfliktfähigkeit.“ Außerdem ist Zutrauen Teil von Resilienz, Selbstorganisation und Eigenverantwortung sind Teil von Achtsamkeit.

In einer Welt, die nicht mehr linear planbar ist, nicht nur komplex, sondern überkomplex und darin unverständlich und unbegreifbar, ist der „Umgang mit Mehrperspektiven“ von zentraler Bedeutung. Zudem muss ich in einer Welt, die sich als brüchig erweist, die mit Ängsten und Sorgen besetzt ist, eine hohe Konfliktfähigkeit an den Tag legen. All diese Fähigkeiten sind für Lehrende und Lernende von elementarer Bedeutung – und viele bisher nicht genannte vermutlich auch. Mehr dazu im Ausblick.

c) Kollaboration erfordert minimale Hierarchien als verstetigte Partizipation

„Die kooperative Arbeit integriert tatsächlich die Idee der Gruppenarbeit. Aber die Projektaufgaben sind hierarchisch und hängen von der Verantwortung eines bestimmten Mitarbeiters oder Teams ab, je nach dessen Fähigkeiten und der Struktur des Unternehmens. Diese Arbeitsweise, wenn sie eine horizontale Organisation der Aktivitäten vorsieht, tritt oft in den Rahmen eher vertikaler Beziehungen. Andererseits haben wir gesehen, dass kollaborative Arbeit einen flexibleren Rahmen, eine kollektive Verantwortung und gemeinsame Ziele voraussetzt.“

Kollaboration erfordert minimale Hierarchien. Wenn ein Team Probleme multiperspektivisch betrachtet, darf keine Perspektive aus hierarchischen oder anderen formalen Gründen bevorzugt werden. Multiperspektivität erfordert Augenhöhe. Dafür muss Hierarchie so flach sein, dass nur die inhaltlich-sachliche Ebene im Diskurs zählt. Das erfordert den Wechsel von Kontrolle zu Vertrauen durch maximale Partizipation bei minimaler Hierarchie:

Dem erfolgreichen Unternehmer Götz Werner ist folgender Satz zuzuschreiben: ‚Führung ist heute nur noch legitim, wenn sie die Selbstführung der anvertrauten Mitmenschen zum Ziel hat.‘

Christian Müller

Dass solch eine flache Hierarchie in der Schule sehr gut funktionieren kann, berichtet Schulleiter Micha Palleschke über seine Schule im PodCast „Universität trifft Schule“ (Folge 4, Minute 13:00-16:00)

d) Kollaboration ist Neue Arbeit

Müller beschreibt Lösungsansätze für Unternehmen, die genauso für Schulen bedeutsam sind:

Kurz gesagt: Gute (Zusammen)Arbeit benötigt Kollaboration in Netzwerken, Offenheit und Transparenz, flache Hierarchien, Multiperspektivität, das (gegenseitige) Stärken der Individuen, Möglichkeiten des Scheiterns und Vertrauen – letztlich alles zum Nutzen der Kunden, also in Schulen für die gute Bildung der Lernenden. Zugleich ist darin als weitere Ebene die nachhaltige Weiterentwicklung der Lehrenden durch Neue Arbeit zu erkennen. Erfahrbarkeit von Kollaboration ist nicht nur zentral für Lernende, sondern ebenso für Lehrende. Eigentlich müssten Lehrende diese Erfahrung zuerst machen, um diese anleiten zu können. Alternativ könnte Reflexion helfen, diese Erfahrungen aus dem informellen Bereich zu reflektieren und konzeptionell auf die Schule zu übertragen. Das wäre der zentrale Aspekt, den Lehrende in Fortbildungen erfahren sollten. So bleibt die Frage für den Ausblick, wo und wie das in Fortbildungen möglich sein kann. So kann Kollaboration nicht nur Lernen zu Neuem Lernen transformieren, sondern auch Arbeit zu Neuer Arbeit.

e) Kollaboration ermöglicht neue Zusammenarbeit – für Unterrichts- und Schulentwicklung

Zur Kollaboration bietet sich für Kolleg:innen die Unterrichtsvorbereitung an – diese Zeit müssen alle investieren, zugleich können sie sich diese frei einteilen.

Exkurs: Materialbasierte Kollaboration ist durch das Urheberrecht eingeschränkt

Die Zusammenarbeit an Materialien scheitert meist an den üblichen Problemen:

Das liegt vor allem an rechtlichen Problemen, die mit mehr OER-Materialien und Creativ Commons anders aussehen würde. Als Grundsatzproblem herrscht regelmäßig Unklarheit, welche Materialien im Unterricht genutzt werden dürfen. Dies illustriert das Beispiel eines neuen Presseportals:

„Seit Inkrafttreten des aktuellen UrhWissG im März 2018 ist für die Nutzung von Volltexten für schulische Zwecke eine Zustimmung der Rechteinhaber, also der Verlage, nötig. Aufgrund vertraglicher Regelungen mit der PMG dürfen Lehrkräfte Volltexte im Unterricht rechtssicher nutzen. Grundlage hierfür ist der Gesamtvertrag zur Vervielfältigung an Schulen vom Dezember 2018. Den Ablauf dieses Vertrages am 31.12.2022 nimmt die PMG zum Anlass, um mit dem neuen Presseportal für Schulen Lehrenden einen zeitgemäßen, einfachen, digitalen Zugriff auf ein einmaliges Medienset anzubieten.“

Wenn wir Lehrer:innen also aktuelle Bezüge im Unterricht aufgreifen und damit eine essentielle Säule von Bildung stärken wollen, müssen wir immer wieder die rechtliche Situation analysieren. Effektiver kann der Gesetzgeber Aktualitätsbezüge kaum verhindern. Durch Teillösungen im Urheberrecht dürfen viele Materialien zwar im Unterricht verwendet, aber nicht weiter veröffentlicht werden. Das schränkt die Erstellung von teilbaren Materialien stark ein. Dadurch erfolgt ein Material-Lock-In durch das Urheberrecht: Alle Lehrkräfte müssen das Material für sich sichten und sortieren, können das nicht öffentlich, allenfalls schulintern teilen.

Ideelle Zusammenarbeit als nachhaltige Basis für Kollaboration

(1) Als inspirierendes Beispiel für funktionierende Kollaboration beschreiben Catrin Ingerfeld-Bloemertz und Iris Stoll-Laube im Edu-Talk (Folge 6) ihre Praxis des Co-Plannings, das sie miteinander, aber auch mit ihren Lehramtsanwärter:innen kultiviert haben. Aus ihrer Erfahrung heraus wünschen sie sich, „dass Kollaboration ein ganz gängiges Mittel des lauten Denkens und des Erarbeitens und des Reflektierens wird.“ (Catrin Ingerfeld, 39:30). Beide schätzen die Möglichkeit, mit ihren Lehramtsanwärter:innen gemeinsam über Unterricht nachzudenken. Gut erkennbar ist dabei das Konzept, über Planung, Durchführung und Reflexion transparent und offen zu kommunizieren und damit „Multiperspektivität zu ermöglichen“ (Iris Laube-Stoll, 17:00). So wird hier die Augenhöhe aller Beteiligten gut deutlich.

Zugleich machen sie deutlich, dass diese Form der Zusammenarbeit nicht voraussetzungslos ist. Sie können „deswegen so gut zusammenarbeiten, weil wir eine Idee haben. Und die setzen wir dann einfach relativ schnell um – ohne so ein sehr durchdachtes Konzept zu haben. Das kommt dann – aber im Tun!“ (Iris Laube-Stoll, 15:58). Darin wird deutlich, dass kollaborative Unterrichtsplanung in diesem Falle nicht vom konkreten Material abhängt, sondern von der Idee, der ideellen Zusammenarbeit. Ihr Bericht verdeutlich einerseits, dass für beide der Start in die Kollaboration miteinander leichter war. Kollaboration als Kultur einzuführen scheint mit bestimmten Menschen einfacher als mit anderen, die Chemie muss stimmen. Andererseits ist es gut möglich, andere mit in diese Praxis hineinzunehmen und diese Praxis nachhaltig zu kultivieren.

Letztlich funktionieren beide zusammen wie eine professionelle Lerngemeinschaft, die nach Kruse, Louis und Bryk (1995) Folgendes umfasst: „student learning, teacher learning, collaboration, deprivatised practice and reflective dialogue“ Bei ihnen stehen also der Lernprozess von Lernenden und Lehrenden im Fokus, die Kolllaboration, aber auch die Deprivatisierung der Praxis und der reflektierende Dialog. Solche Lerngemeinschaften sind ein „wirksamer Kontext für die Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht.“

(2) Auch das Team hinter https://find-my-tool.io ermöglicht einen spannenden Blick auf Kollaboration:

Eindrucksvoll zeigt sich, dass Kollaboration viel mit Freiwilligkeit zu tun hat, die auch Stalder als Bedingung für seine gemeinschaftliche Formation voraussetzt. Darin wiederum spiegelt sich der Widerspruch von Kollaboration auf der einen Seite und Kontrolle und Hierarchie auf der anderen.

Deborah Költzsch hat mir ihre Vorraussetzungen für diese Kollaboration erläutert, nach der sie lange gesucht hat. Sie betont ähnlich wie Ingerfeld-Bloemertz und Stoll-Laube die Bedeutsamkeit von ähnlichen Arbeitsweisen und vor allem die Bereitschaft, „am selben Strang zu ziehen“. Darüber hinaus streicht sie in der Reflexion die Bedeutung unterschiedlicher Expertisen, also von Multiperspektivität heraus: „Das ist unglaublich bereichernd und für Kollaboration rückblickend enorm wichtig. Dadurch, dass zwei unterschiedliche Bereiche/ Expertisen zusammenkommen, entsteht gerade dadurch etwas Neues, Wertvolles.“ Somit wird Ko-Kreativität sehr deutlich, deren Ergebnis allen Kolleg:innen helfen kann, die Tools für ihren Methodenkoffer suchen. Zudem scheint neben der persönlichen Affinität wie bei Ingerfeld-Bloemertz und Stoll-Laube auch der Inhalt als Kristallisationspunkt für Kollaboration geeignet.

Ausblick

Es zeigt sich: Kollaboration ist eine kulturelle Praxis, in der Transformation spürbar Realität wird. Lern- und Arbeitsprozesse funktionieren innerhalb der neuen Logik von Offenheit, Vertrauen und Transparenz anders.

Für Kollaboration muss das Miteinander von Top-Down-Prozessen, die also von der Schulleitung initiiert werden, und Bottom-Up-Prozessen, die von Lehrenden und Lernenden aus entstehen, gemeinsam gedacht werden: Kollaboration ist aufgrund eines hohen Grades von Freiwilligkeit nur in minimaler Hierarchie zu denken. Da Schule aus bürokratischer Notwendigkeit hierarchisch konzipiert ist, kann Kollaboration nur kollegial initiiert und von Schulleitung ermöglicht werden. Hilfreich dabei ist die Formulierung von Hans-Günter Rolff, der Schulleitung als „Agenten des Wandels“ bezeichnet, die den „Aufbau einer Kapazität für Wandel im Auge haben [, … die] Weiterentwicklung der ganzen Schule zur lernenden Organisation.“ (Schulleitung kompakt, S. 199) Schulleitung kann Räume ermöglichen, in denen professionelle Lerngemeinschaften entstehen und wachsen können. Diese Räume beinhalten unter anderem zeitliche Kapazitäten, von gemeinsamen Freistunden zur Unterrichtsplanung über Flexibilität in Unterrichtszeiten für Hospitationen und Team-Teaching oder Parallelisierung von Unterricht für klassenübergreifende Kollaboration bis zur Freistellung von Unterrichtsverpflichtungen für Fort- und Weiterbildung. Zugleich benötigen diese Räume aber auch Freiwilligkeit und Hierarchiefreiheit, um Multiperspektivität zu ermöglichen.

Außerdem bedarf es der Initiative der Kolleg:innen, sich Menschen zu suchen, mit denen sie in eine Kollaboration gehen mögen, oder Themen, zu denen sie kollaborativ arbeiten können. Hier kann Schulleitung natürlich auch Räume eröffnen, indem Kristallisationsangebote deutlich werden. Interessengeleitete Mikrofortbildungen können Kollaborationen anbahnen, grundsätzlich sollten Fortbildungen auf Eigenverantwortung, Neues Lernen und Neue Arbeit abzielen. Vor allem müssen Kolleg:innen selbst aktiv werden (wollen) bei der Suche nach Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten und sich eine echte Kollaboration vorstellen können. Wie ich es mir von meinen Schüler:innen auch wünsche, brauchen wir für eine derartige Kultur eigenständige Lerner auf jeder Ebene. Insofern: Bildet Banden! Vernetzt euch! Sucht Kollaborationen!

Für Fortbildungen heißt das, dass sie einerseits Menschen interpersonal vernetzen und andererseits inhaltlicher Kristallisationspunkt für Kollaborationen sein sollten. Fortbildungen über längere Zeiträume mit mehreren Treffen sind von Vorteil, aber auch ein einzelne Treffen können Ausgangspunkt für Kollaborationen sein, die in Netzwerken wie dem #Twitterlehrerzimmer nachwirken. Fortbildung sollte lernerzentriert ein Angebot zur eigenständigen Bildung sein, auch wenn Input nach wie vor gefragt ist, sollten wir weniger fortgebildet werden.

Wichtig dabei ist die Wissensebene: Wie erfahren Kolleg:innen vom Potential der Kollaboration, wenn sie damit nur den historisch verengten Begriff verbinden? Hier bietet sich eine Verbindung an zwischen dem bereits erwähnten Lerndemonstrationsformat und einem möglichen „Transfer von Innovationen“, wie ihn Hans-Günter Rolff beschreibt: Am Anfang der Innovation sieht er einen Prototypen, der von lernenden Lehrer:innen in Werkstätten vorgestellt wird (vgl. Schulleitung kompakt, S. 199). So würden Lehrer:innen ihr Lernen sichtbar machen, indem sie eine Kollaboration anhand des Prototypen (Material, Unterrichtsstunde oder -sequenz) vorstellen. Durch diesen didaktischen Doppeldecker könnten auf Fachkonferenzen oder Dienstbesprechungen sowohl der Prototyp als auch die Kollaboration selbst vorgestellt werden, als Best-Practise oder TED-Talk. Daraus können Werkstätten erwachsen, die Räume zum Mit-denken, Mit-arbeiten und Mit-reflektieren kultivieren.

Einige Fragen bleiben offen: Eine Elementarisierung der notwendigen, aber auch der erlernbaren Kompetenzen und Haltungen wird weiter zu leisten sein, um kollaborative Prozesse präziser zu verstehen. Hier kann ein ausführlicher Abgleich mit den Fähigkeiten reizvoll sein, die für unsere BANI-Welt von Bedeutung sind. Auch eine klare Unterscheidung zwischen Aufgaben, die kooperativ oder kollaborativ zu lösen sind, ist wichtig, um Lehrenden beim konstruktiven Aufgabendesign zu helfen.

cc by Niels Winkelmann

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